St. Petersburg – Einblicke

St. Petersburg … ein Traum wird wahr. Meine Faszination für St. Petersburg geht zurück bis zu der Zeit, als ich Dostojewskij´s „Weiße Nächte“ verschlang. In meiner Fantasie malte ich mir die Stadt aus wie Paris … zudem mit vielen kleinen Kanälen durchzogen, da die Neva durch die Stadt fließt. Venedig des Nordens wird St. Petersburg mitunter genannt; auch wenn sich das ehemalige Leningrad sicherlich in sowjetischen Zeiten etwas verändert hat. Kann die Realität mit meinen hohen Erwartungen mithalten?

 

St. Petersburg – die Stadt der Zaren

 

St. Petersburg zeigt das Erbe vieler Zaren, seien es die vielen herrschaftlichen Häuser, die Eremitage, die Admiralität oder die Peter- und Paul-Festung. Auch die sonst für Russland so typischen bunten Zwiebeltürme der Kirchen findet man hier nur auf der Erlöserkirche und diese wurde zur Jahrhundertwende (19./20.) nur gebaut, um ein Stück altrussische Architektur in die ansonsten „unrussische“ Stadt zu bringen.

 

 

Andere Gotteshäuser wie die Isaaks-Kathedrale oder die Kasaner Kathedrale muten eher italienisch an. Letztere ist der Peterskirche in Rom nachempfunden.

 

Ein Spaziergang am Newski-Prospekt

 

Der Newski-Prospekt ist DIE Straße St. Petersburgs. Hier liegen viele der wichtigsten Geschäfte und Gebäude und wenn man in nordwestlicher Richtung spaziert, sieht man schon von weitem die goldene Dachspitze der Admiralität, neben der sich auch die Eremitage befindet. Man wandert also automatisch auf das kulturelle Highlight der Stadt zu. Beginnt man den Spaziergang am südlichen Ende des Prospekts, genauer gesagt am Alexander-Newskij-Kloster, lohnt sich ein Besuch zweier Friedhöfe: der Lazarus-Friedhof und der Tichwiner Friedhof. Letzterer gilt als Künstlerfriedhof, wo Menschen wie Dostojewskij, Mussorgskij und Tschaikowskij ihre letzte Ruhestätte fanden. Von hier kann man ruhig den den öffentlichen Nahverkehr bis zum Wosstanija-Platz nutzen und die Wanderung in Richtung goldene Spitze (Admiralität) fortsetzen.

 

 

Bücherfreundinnen und -freunde sollte auf jeden Fall eine Pause im Dom Knigi, dem Haus der Bücher, einlegen. Hier findet man alles an Büchern, Karten und Schreibwaren, was das Herz begehrt. Und all das in prächtiger Jugendstil-Atmosphäre. Wer hier eine Pause machen möchte, der gehe in den ersten Stock ins Café Singer – Heißgetränke und Snacks mit Blick auf die Kasaner Kathedrale. Wirklich sehr zu empfehlen, auch wenn man aufgrund der begrenzten Plätze vor allem am Nachmittag etwas Wartezeit (10 bis 15 Minuten) einplanen sollte. Vormittags ist es leerer und es gibt ein leckeres Frühstück.

Noch einmal kurz zum Dom Knigi: Man findet hier auch eine tolle Auswahl deutscher Bücher und wer seine Reisebibliothek noch um einige russische Klassiker ergänzen möchte, ist hier gut aufgehoben. Apropos Reiselektüre: Für einen Aufenthalt in St. Petersburg empfehle ich die „Petersburger Novellen“ von Gogol oder – wie könnte es anders sein – „Weiße Nächte“ von Dostojewskij.

Wem die Wartezeit im Café Singer zu lange ist, geht einfach den Prospekt weiter und erreicht wenige 100 Meter weiter das Café Bibliotheka, wo man in hipper Atmosphäre Kuchen, Frühstück oder russische Spezialitäten genießen kann. Das Bortschtsch war sehr lecker!

 

Kunst soweit das Auge reicht: die Eremitage

 

 

Eins sollte man sich in St. Petersburg nicht entgehen lassen und das ist der Besuch in der Eremitage!

(Hier noch ein Hinweis für Kunstmuffel: Der Eintrittspreis ist in Anbetracht der Größe und Bedeutung der Sammlung sehr niedrig). Man sollte sich aber vorher einen kurzen Überblick verschaffen, welche Epochen denn nun auf der Wunschliste stehen. Ansonsten ist die Gefahr, sich in der schier endlosen Sammlung zu verlieren, recht groß. Es wäre vermessen, eine Empfehlung auszusprechen, denn jede Abteilung hat absolute Highlights zu bieten, die sich eine jede/ein jeder individuell erschließen sollte.

 

Und hier noch einige Eindrücke von St. Petersburg:

 

 

Bleibt noch die Frage: Konnte St. Petersburg mit meinen Vorstellungen mithalten?

Das kann ich nur mit „Ja!“ beantworten. Was soll ich sagen … als Pulverschnee auf die Straßen fiel und die Stadtgeräusche dämpfte, die Sonne durch die Wolken brach und die goldenen Türmchen erstrahlten, da fiel es mir nicht schwer, mich in St. Petersburg zu verlieben. Ich komme wieder.

 

Die Reiseroute

Unsere Reise führte uns mit dem Zug von Berlin nach Moskau, weiter nach St. Petersburg, von dort nach Helsinki und mit dem Schiff nach Travemünde. Mehr Informationen zur Route und zu den Vorbereitungen findet ihr hier!

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