Kyoto – das traditionelle Japan

Die Tage in Tokio waren nicht so, wie wir es uns in Anbetracht dieser Riesenmetropole vor unserem geistigen Auge ausmalten. Auch wenn eine Einwohnerzahl von 37.555.000 sehr überwältigend klingt, fanden wir viele ruhige Plätzchen inmitten der Stadt. Doch richtig entspannend und „traditionell japanisch“ wurde es dann in Kyoto, eine mit 1.474.735 Einwohnern eher kleinere Stadt.

 

Das historische Kyoto

 

Kyoto war mehr als tausend Jahre der Sitz des kaiserlichen Hofes von Japan. Aus dieser Zeit stammen beeindruckende kulturelle Zeugnisse: Alle 14 Tempel der Stadt gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Kyoto. Im zweiten Weltkrieg wurden nahezu alle Großstädte Japans zerstört, Kyoto wurde aber verschont und somit ist die alte japanische Geschichte in dieser Stadt vielerorts zu spüren.

 

Kultur in Kyoto: Der Fushimi Inari-Taisha

 

Eingangstore Shrein in Kyoto Japan

 

Zum Beispiel bei einem Spaziergang im Inari-Schrein bzw. im Fushimi Inari-Taisha, einem Shintō-Schrein im Stadtbezirk Fushimi. Am Fuße des Hügels betritt man das Gelände mit der Haupthalle, Schreinen und Tempeln. Den Berg hinauf geht man durch Alleen tausender scharlachroter Torii (Eingangstore) und wenn man die erst einmal ein paar hundert Stufen genommen hat und sich dem Gipfel mehr und mehr nähert, werden die Alleen etwas leerer und ruhiger. Entlang des Weges liegen viele weitere Schreine und auch ein großer Friedhof. Zudem bieten sich immer wieder sehr schöne Panorama-Blicke auf die Stadt. Man sollte für die komplette Wanderung mindestens 2 Stunden einplanen und bequeme Schuhe sind zu empfehlen.

 

Natur in Kyoto: Der Bambuswald

 

Bambuswald in Kyoto Japan

 

Ein landschaftliches Highlight ist der berühmte Bambuswald in Arashiyama. Obwohl das Areal nicht allzu groß ist, lohnt sich ein Spaziergang durch die hohen „Bambusschluchten“ sehr. Nach einer kleinen Wanderung kann man sich dann noch eine der Tempelanlagen des Bezirkes anschauen – besonders die weiten Gärten sind sehr beeindruckend. Ein absolutes Muss, wenn man in Kyoto ist, vor allem für Fotofans!

 

Tradition in Kyoto: Auf zur Teezeremonie

 

Teezeremonie in Kyoto Japan

 

Kyoto gilt als Zentrum der Tee-Zeremonie. An einer japanischen Teezeremonie teilzunehmen ist ein beeindruckendes Erlebnis: Ich hatte das Gefühl, wir konnten Einblicke in eine japanische Tradition – aber auch in eine Lebensweise – gewinnen, die von Respekt und Höflichkeit geprägt ist.

Zunächst wird der Tee zubereitet und dann der Person auf dem ersten Platz gereicht. In unserer vierköpfigen Teegemeinschaft nahm ich (durch Zufall) den ersten Platz ein. Dieser Platz ist der Wichtigste und wird von der Person eingenommen, die mit der Teemeisterin spricht. Bevor ich den ersten Schluck nehme, entschuldige ich mich bei meinem Sitznachbarn: „Osakini“ („Entschuldigen Sie, dass ich vor Ihnen den Tee nehme.“), die darauf antwortet mit „Oshoban shimasu“ („Ich werde Ihnen folgen.“). Außerdem bedanke ich mich bei der Teemeisterin „Otemae chodai shimasu“ („Ich danke Ihnen für den Tee.“). Erst dann darf ich den Tee trinken. Es folgt die zweite Person. Am besten probiert es selbst aus, denn die Atmosphäre ist wirklich einmalig! Tolle Angebote gibt es von der Women Association of Kyoto.

 

Kyoto: Unser Fazit

 

Kyoto hat sehr viel zu bieten und wir hatten das Gefühl, dass wir in drei Tagen wirklich einiges gesehen und erlebt haben. So lohnt sich natürlich ein Spaziergang durch die Innenstadt, zum Beispiel im Bereich der Nishiki-Einkaufsstraße oder durch den Park des Kaiserpalastes.

 

Zudem bietet sich von Kyoto auch eine Tagestour nach Hiroshima an.

 

Wer also mehr Zeit einplanen kann in Kyoto, dem können wir das sehr empfehlen!

 

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