Fischmarkt in Puerto Ayora

Ist noch Fisch da?

Auf dem Fischmarkt von Puerto Ayora (die größte Stadt der Insel Santa Cruz auf Galapagos) wird allabendlich der fangfrische Fisch zerlegt und verkauft. Seelöwen, Pelikane, Reiher und Fregattvögel sind dabei immer mit von der Partie - in der Hoffnung auf den ein oder anderen Leckerbissen, der zufälligerweise "abfällt".

Fluchtreflex? Fehlanzeige!

Gut, die Motivation "lecker Essen" zu bekommen, lässt so manches Tier mutig werden. Doch auf Galapagos fällt es den Besucherinnen und Besuchern immer wieder auf: Die meisten Tiere auf den Galapagos-Inseln scheinen keine Angst zu haben. Doch warum ist das so? Wissenschaflter vermuten, dass es daran liegt, dass es kaum Raubtiere auf den Inseln gibt. Denn da die Inseln nie eine Verbindung mit dem Festland besaßen, konnte ihre Besiedlung mit Tieren und Pflanzen nur auf dem Luftweg oder über die See erfolgen - und das hielten nur wenige Arten aus (die Entfernung zum Festland beträgt um die 1.000 km!). Große Landraubtiere waren nicht darunter.

Bleibt noch der Mensch übrig. Doch die Anlandung der Menschen auf der Inselgruppe erfolgte "zu spät", als dass die Tiere Angst vor uns gelernt hätten. Erst 1535 legte der panamesische Bischof Tomás de Berlanga an. So teilen sich seit etwa 500 Jahren Mensch und Tier einige der 121 Inseln und nur "kurz" war die Zeit, in der Tiere vom Menschen gejagt wurden. (Soweit die Theorie.)

Jetzt aber flott!

Die Fischer auf dem Markt müssen sich beeilen, wenn sie den Fisch von den Booten schleppen. Der Fang wird direkt am Anleger gewogen, ausgenommen und verkauft. Und vor den Seelöwen und Seevögeln beschützt. Mit der einen Hand wird der Fisch gekonnt von den Fischern auseinandergenommen, mit der anderen Hand die aufdringlichen, laut quengelnden Bettler ferngehalten. Der Galapagos-Seelöwe steht zwar an der Spitze der Nahrungskette, am Hafen allerdings muss er sich mit einer Horde aufgeregter Pelikane um Haut und Gräten streiten, die die Tiere von den Fischern zugeschustert bekommen. Aber was tut man nicht alles, um die Leckereien frei Haus geliefert zu bekommen ...

Hier einige Eindrücke des Spektakels, bei dem Fisch und Fischer eher Nebenrollen spielen.

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Vielen Dank!

4 Comments on “Fischmarkt in Puerto Ayora

    1. Das freut mich! 🙂 Ich wollte auch noch mal über den „alltäglichen Alltag“ schreiben – also über das ganz normale Leben hier auf der Insel. Vielleicht interessiert das ja auch?

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