Galapagos unplugged: Isla Isabela

Wem Santa Cruz noch zu hektisch ist, der muss nach Isabela.

 

Ein Ausflug von Puerto Ayora auf Santa Cruz nach Puerto Villamil auf Isabela gleicht einer Zeitreise. Das verschlafene Dörfchen mit etwa 3.000 Einwohnern erreicht man mit dem Speedboot – und ausreichend Vomex im Handgepäck - in zwei Stunden. Sofort wenn man am Hafen ankommt, merkt man, dass die Uhren etwas langsamer ticken: Hier scheint Galapagos noch ein wenig ursprünglicher. Mit dem Taxi geht es über eine der wenigen geteerten Straßen zur Dorfmitte. Zwar darf auch hier die obligatorische Fressmeile nicht fehlen, aber die Straße ist kaum 100 m lang und die Touristenströme durchaus überschaubar. Einen Bankautomaten sucht man vergeblich, es heißt also genug Bargeld mitnehmen. Vor allem für die zahlreichen Strandbars, in denen man Kokosnusswasser aus der gerade geöffneten Kokosnuss schlürfen kann. Wer die absolute Entschleunigung sucht, ist hier richtig!

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Dabei ist Isabela die mit Abstand größte Insel des Galapagos-Archipels!

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Isabela setzt sich aus mehreren Schildvulkanen zusammen, die wahrscheinlich zunächst getrennt voneinander entstanden und erst durch die ausströmende Lava zu einer Insel zusammenwuchsen: Wolf, Darwin, Alcedo, Volcán Chico, Sierra Negra und Cerro Azul. Der im Nordwesten liegende Vulkan Ecuador wurde bereits zur Hälfte vom Meer verschlungen. Übrigens wird ein mögliches Weiterwachsen nicht ausgeschlossen, da sich die nahe liegende Insel Fernandina bei einem weiteren Vulkanausbruch mit Isabela verbinden könnte.

Jeder Vulkanbereich ist für sich als ökologische Insel zu sehen, da die kahlen Lavafelder für viele Tiere und Pflanzen eine unüberwindbare Barriere darstellen. So hat auch jeder "Vulkan" auf Isabela seine eigene Unterart der Galapagos-Riesenschildkröte hervorgebracht.

Der höchste Vulkan ist der Vulkan Wolf (1.700 m) ganz im Norden der Insel, der zuletzt 2015 ausgebrochen ist: Isabela besitzt die aktivsten Vulkane, die sich ziemlich genau über dem Hot-Spot befinden. Ihr Gestein ist nicht älter als 700.000 Jahre.

Wanderung zu den noch aktiven Vulkanen

Eine abenteuerliche Wanderung führte uns entlang des Volcán Chico zum noch aktiven Volcán Sierra Negra. Zunächst ging es mit dem Pick-up ins Hochland nach Santo Tómas. Von dort aus zu Fuß 9 km bergauf. Dichter Nebel verhinderte zunächst jede Sicht. Jetzt machte sich die Regenzeit erstmals für uns bemerkbar. Es fühlte sich ein bisschen wie Herbst an. Nach 2 Stunden Wanderung machen wir Pause. Und haben Glück: der Nebel reißt kurz auf und wir erkennen, dass wir am Kraterrand des Vulkans stehen. Unter uns ein Meer erkalteter und angetrockneter Lava.

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Als wir weiter gehen schlägt das Wetter mit einem Mal komplett um: strahlender Sonnenschein begleitet uns nun bei unserer Wanderung durch die bizarre Vulkanlandschaft. Diese teilt sich in verschiedene Bereiche. Denn der etwa 1.500 m hohe Vulkan Sierra Negra ist 2005 das letzte mal ausgebrochen. In den damals betroffenen Bereichen ist die Lava nur oberirdisch angetrocknet. Es riecht leicht schwefelig. Überall finden sich Bodenöffnungen, aus denen noch warme Gase strömen, die man fühlen kann, wenn man die Hand darüber hält.

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Pflanzen wachsen in diesen Bereichen nicht. Es dauert – je nach Witterung und Abkühlung der Lava – etwa 100 Jahre, bis die ersten Flechten, Farne und später Kakteen wachsen. Eine unwirkliche Welt.
Die älteren Bereiche, deren Lava aus früheren Eruptionen stammt, sind dagegen grüner.

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Und was gibt es sonst noch auf Isabela zu sehen? Das lest ihr bald hier!

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