Die unglaubliche Geschichte der „Todesinsel“

Die Geschichte der Insel Floreana

Bei strahlendem Sonnenschein erscheint mir die Insel Floreana keineswegs so angsteinflößend, wie es manchmal beschrieben wird. Auf mich macht die Insel einen schönen und ruhigen Eindruck. Einige „bluefooted Boobies“ begrüßen uns am Strand.

Floreana

Doch was diese Insel so besonders macht, ist ihre Besiedlungsgeschichte. Eine unglaubliche Geschichte.

Es begann mit zwei einzelnen Siedlern, im Jahr 1929.

Die ersten beiden Siedler von Floreana, das deutsche Paar Dore Strauch und Friedrich Ritter, kamen 1929 aus Berlin auf der einsamen Insel an, in der Hoffnung, dort wie Robinson Crusoe leben zu können. Ein Leben in absoluter Freiheit, ohne Zwänge und frei von gesellschaftlichen Konventionen - ein Leben wie im Paradies.

Doch was waren das für Menschen, die aus der Gesellschaft aussteigen wollten und ein Leben zu zweit erstrebten?

Das exzentrische Paar war geprägt durch die Philosophie Nietzsches und wollte „zurück zur Natur“. Zur Vorbereitung auf das Leben fernab der Zivilisation verkauften sie ihr Hab und Gut und zogen sich alle Zähne, um eventuellen Zahnproblemen, wie Karies, vorzubeugen. Um unentdeckt zu bleiben, umschifften sie die damals schon bewohnte Insel Santa Cruz weiträumig. Dann, vor Ort angekommen, gingen sie ans Werk, um sich ihr neues Heim aufzubauen. Außerdem wurde ein Garten angelegt: mit aus Deutschland mitgebrachten Pflanzensamen.

Ein zunächst glückliches Leben begann. Doch war die Beziehung der beiden nicht ganz ausgeglichen: in Berichten, die von Friedrich Ritter bekannt sind, beschreibt er "seine" Dore wie ein Studienobjekt. Sie dagegen fühlte sich in der Beziehung mit der Zeit alleine. Auf original Filmmaterial ist zu sehen, wie sie mit ihrem Esel tanzt und dazu seine Vorderpfoten in den Händen hält.

Drei Jahre später dann ein „Rückschlag“ für Dore und Friedrich: neue Siedler erreichen die Insel – die recht konservative Familie Wittmer, die ebenfalls aus Deutschland stammt. Doch die Störung des Inselfriedens erreichte ihren Höhepunkt ein weiteres halbes Jahr später mit der Ankunft der „Baroness“. Die „Baronesse“ (die sich selbst dazu ernannt hat) Eloise Wagner de Bousquet aus Österreich wurde begleitet von ihren beiden deutschen Liebhabern Rudolf und Robert. Ihr Plan: Sie möchte auf der Insel ein Hotel eröffnen. Ein Vorhaben, das auf keine Gegenliebe stößt.

Drei Parteien, acht Personen auf einer Insel. Und ein Konflikt, der eskaliert.

Es beginnt mit Robert, dem von der Baroness favorisierten Liebhaber und der Baroness selbst. Beide verschwinden im März 1934 spurlos von der Insel. Zurück bleibt der zuvor von beiden gemobbte und zurückgesetzte Rudolf. Da kein Schiff die Insel angesteuert hatte, steht schnell fest: Beide müssen einem Mordanschlag zum Opfer gefallen sein. Als möglicher Täter kommt jeder der Insulaner infrage. Doch bis heute ist der Mord ungeklärt.

Rudolf verlässt die Insel, erleidet jedoch Schiffbruch und wird einige Zeit später tot auf der Nachbarinsel Marchena angespült.

Doch noch immer kehrt keine Ruhe ein. Denn Friedrich Ritter wird krank: Der überzeugte Vegetarier erleidet eine Fleischvergiftung, nachdem Dore ihn dazu überredete, Huhn zu essen. Nach Dore´s Angaben ist Friedrich ruhig eingeschlafen, die ebenfalls anwesende Frau Wittmer beschreibt, dass Friedrich seine Dore im Todeskampf wüst beschimpfte und verfluchte.

Dore verließ die Insel und ging zurück nach Deutschland.

Übrig blieb nur die Familie Wittmer. Sie eröffnete ein Hotel auf der Insel.

Heute wohnen etwa 100 Einwohner auf Floreana. Darunter noch immer die Familie Wittmer.

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