Corpus Christi in Cuenca

Eine Busfahrt die ist lustig ...

... na gut, mal mehr, mal weniger.

Die gut vierstündige Busfahrt von Guayaquil nach Cuenca führt von etwa Meereshöhe durch die Anden auf über 4.500 m, dann geht es wieder abwärts, bis man die in einem Höhenbecken liegende Stadt Cuenca (in etwa 2.500 m Höhe) erreicht. So lässt sich auch leicht der Name erklären: denn "cuenca" ist das spanische Wort für "Becken", bzw. "Flussebene".

Die Fahrt ist nicht nur für Touristen ein kleiner Kraftakt. Entschädigt wird man bei der Busfahrt jedoch durch traumhaft schöne Ausblicke - sofern sich der Bergnebel lichtet. Aber auch nieseliges, düsteres Wetter kann ja eine besondere Stimmung verbreiten.

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In Cuenca angekommen, versuchten wir uns zunächst ein wenig zu akklimatisieren und an die Höhe zu gewöhnen. Auch Einheimische leiden übrigens in Südamerika häufig an "Soroche", der Höhenkrankheit, die vor allem ab 3.000 m auftritt. Sie macht sich unter anderem durch Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit bemerkbar. Doch nach einer kleinen Pause ging es dann los, die Stadt zu erkunden.

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Cuenca - das historische Zentrum

Seinem historischen Zentrum verdankt Cuenca die Aufnahme ins kulturelle Erbe der Unesco. Ursprünglich siedelte seit etwa 500 v.Chr. das Volk der Cañari vor Ort. Doch als die Inka die Stadt im 15. Jahrhundert eroberten, ließen sie nur wenig übrig. Als schließlich die Spanier ankamen, gründeten sie 1557 die Stadt quasi erneut. Sie lebten von dem, was sich an Profit aus den Minen der Umgebung schlagen ließ.

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Am wichtigsten Platz der Stadt, der Plaza Abdón Calderón, befinden sich die ab 1557 erbaute alte Kathedrale mit der ältesten Orgel Ecuadors und die 1885 begonnene - aber wegen diverser Erdbeben nie endgültig fertiggestellte - neue Kathedrale, außerdem verschiedene repräsentative behördliche Gebäude. Die Neue Kathedrale mit den blauen Mosaikkuppeln ist die größte Kirche des südamerikanischen Kontinents. Geleitet wurde der Bau vom deutschen Geistlichen Johannes Baptist Stiehle. Der Autodidakt bekam den bischöflichen Auftrag, eine Kathedrale zu bauen, "so groß wie der Glaube der Cuencanos". Der Bau zog sich von 1885 bis 1967 hin und ist ein bunter Querschnitt verschiedenster architekonischer Stile. Vorbilder einzelner Elemente waren unter anderem Notre Dame oder der Petersdom, aber es findet sich auch eine Marienfigur mit indigenen Zügen, die ihre Arme über Sonne und Mond ausbreitet - Götter der Inka. Am Eingang erinnert eine Statue von Johannes Paul II. an den Papstbesuch von 1985.

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Zur Zeit unseres Besuches wurde gerade das mehrtägige religiöse Fest "Corpus Christi" gefeiert. Rund um die Kirche waren unzählige Süßigkeitenstände aufgebaut, deren Besitzer ihre bunten Naschwaren anpriesen. Ab nachmittags wurde auf der Plaza Abdón Calderón musiziert, getanzt und der Abend schließlich mit einem Feuerwerk beendet. Das Fest wurde 1654 von den Spaniern in Cuenca eingeführt und ersetzte das Inka-Fest "Inti Raymi", das "Fest der Sonne", bei dem um eine gute Ernte gebeten wurde.

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Cuenca - die Neustadt

In der Neustadt gelegen findet sich das Museo Pumapungo, das größte Museum der Stadt. Ein Besuch lohnt sich, nicht nur ob der dort ausgestellten Schrumpfkopf-Sammlung (Achtung: montags ist Ruhetag!). Das Haus gibt einen tollen Überblick über die kulturelle Vielfalt Ecuadors. Hinter dem Gebäudekomplex kann man eine Ausgrabungsstelle besichtigen, an die sich ein kleiner botanischer Garten und einige (leider recht kleine) Vogelgehege anschließen. Lamas gibt es auch zu sehen, und das alles umsonst, also nicht verpassen!

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