Abenteuer Galapagos: Wo bin ich überhaupt?

An dieser Stelle möchte ich gerne einen kleinen Überblick über das Galapagos-Archipel geben. Für die Geographie-Interessierten und die Reiselustigen, denn vielleicht hat der/die ein oder andere mittlerweile Blut geleckt und plant schon einen Aufenthalt auf diesen außergewöhnlichen Inseln.

Zunächst einmal: wo bin ich überhaupt?

Die Galapagos-Inseln (121 an der Zahl) liegen im östlichen pazifischen Ozean, etwa 1.000 km vom Festland entfernt und gehören zu Ecuador. Kaum eine „normale“ Karte enthält alle Inseln, zumeist werden nur die bewohnten und/oder wichtigsten Inseln abgebildet. So hat Sascha es auch gehalten – ich präsentiere euch an dieser Stelle eine von Sascha selbst angefertigte (!) Karte der Region:

Galapagos_MAP

Fünf Inseln sind besiedelt: Santa Cruz, San Cristobal, Isabela, Floreana und Baltra, wobei es in Baltra nur einen Militärstützpunkt gibt, keine „Wohnbevölkerung“, wie es so schön heißt. Die meisten BesucherInnen kommen mit dem Flugzeug auf der Militärinsel Baltra an, von wo aus es dann mit dem Schiff zur Insel Santa Cruz geht. Die zweitgrößte der Inseln weist eine Landfläche von fast 1.000 km² auf. An der Südküste von Santa Cruz liegt Puerto Ayora. Wer sich unter Puerto Ayora einen niedlichen Fischerort vorstellt, ist falsch gewickelt, es handelt sich um die größte Stadt der Galapagos-Inseln mit immerhin 15.000 Einwohnern! Hier gibt es alles: von Supermärkten über Eisenwarenläden bis hin zum Krankenhaus … in Puerto Ayora befindet sich auch die Charles-Darwin-Forschungsstation, in der Sascha und ich arbeiten. Insgesamt leben auf der Insel etwa 18.000 Einwohner. Der höchste Punkt der Insel, Cerro Crocker, liegt auf über 860 m. Erst vor zwei Tagen führte uns eine Exkursion mit Heinke Jäger und Chris Solomon dorthin und wir dürften die einmalige Aussicht genießen (Artikel dazu folgt). Aber hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

sunset

Das Wort Galapago („Wulstsattel“) bezieht sich übrigens auf die Form eines Schildkrötenpanzers - der ist bei einigen Unterarten der Galapagos- Riesenschildkröten im Nackenbereich wie ein Sattel aufgewölbt, was auf dem folgenden Foto recht gut zu erkennen ist.

tortuga

Aufgrund der außerordentlichen und einmaligen Flora und Fauna wurden das Archipel 1959 durch die ecuadorianische Regierung zum Nationalpark erklärt. Damals gab es übrigens keinerlei Widerstand in der Bevölkerung – mag womöglich aber auch daran gelegen haben, dass noch 1957 nur 30 Menschen in Puerto Ayora lebten. 1978 wurden die Galapagosinseln zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die landwirtschaftliche und fischereiliche Nutzung sowie das Betreten der Inseln und das Befahren der Gewässer sind streng reglementiert und werden durch die Nationalparkverwaltung mit Sitz in Puerto Ayora kontrolliert.

Wie sind die Inseln entstanden?

Die Galapagosinseln sind vulkanischen Ursprungs. Sie liegen auf einer ozeanischen Platte (der Nazca-Platte), die überwiegend vom Meer bedeckt ist (ozeanisch halt). Die Platte bewegt sich über einer Magmakammer (die übrigens noch heute auf einigen Inseln vulkanische Aktivität bewirkt) und schiebt sich in Richtung Südosten unter die Südamerikanische Kontinentalplatte.

Und jetzt für alle, die es etwas genauer wissen wollen:

Die Entstehung der Inseln lässt sich mit der sogenannten „Hot-Spot-Theorie“ erklären:

Hot Spots sind lokal begrenzte Gebiete mit hoher Wärmeströmung in der Asthenosphäre (ich sag mal: Erdmantel – verzeih` mir bitte, Lisa). Das äußert sich in der darüber liegenden Erdkruste durch vulkanische Aktivität: es kommt in unregelmäßigen Abständen zum Aufsteigen von Magma.

Diese Vulkane können schnell bis über den Meeresspiegel anwachsen. Nach einer zeitlich begrenzten Phase der Aktivität erlischt der Vulkan und wird auf der ozeanischen Platte, die sich ja bewegt, wegtransportiert. Über dem Hot Spot kann nun ein neuer Vulkan entstehen, der wiederum erlischt und mit der Platte wegdriftet. So entstehen im Laufe der Zeit viele Inseln. Und tatsächlich bestehen alle Inseln des Galapagos-Archipels jeweils aus einem Vulkan. Na gut, bis auf Isabela, aber das wäre ja auch sonst zu einfach. Die Insel ist aber bei Gelegenheit noch mal „dran“.

Wer sich jetzt wundert, dass die Galapagos-Inseln nicht wie auf einer Schnur angeordnet im Pazifik liegen, dem sei gesagt, das das Gebiet geologisch sehr instabil ist. Es lässt sich jedoch eine deutliche „Altersprogression“ erkennen: Die im Westen liegenden Inseln Fernandina und Isabela sind die jüngsten mit einem Alter von etwa 500.000 - 600.000 Jahren. Sie liegen derzeit genau über dem „Hot Spot“ und ihre Vulkane sind sehr aktiv. Zuletzt brachen 2015 die Vulkane auf Isabela und Wolf aus. Die Inseln Santiago, Santa Cruz, San Cristóbal, Floreana und Pinta sind zwar noch als Vulkane erkennbar, jedoch meistens mit erodierten Formen und dichtem Pflanzenbewuchs.

bewachsener Vulkankegel auf Santa Cruz

bewachsener Vulkankegel auf Santa Cruz

Auf den kleinen östlich gelegenen Inseln (Espanola, Santa Fe, Plaza und Seymour) sind kaum noch vulkanische Formen zu erkennen. Sie sind mit 4 Millionen Jahren die ältesten Inseln des Archipels, was nach geologischem Maßstab aber trotzdem noch sehr jung ist.

Was macht die Galapagos-Inseln so einmalig?

Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn es ist nicht nur die Artenvielfalt, die Galapagos auszeichnen. Viele verschiedene Faktoren tragen zur Besonderheit der Inseln bei. An dieser Stelle also nur einige Aspekte:

Lage und Entstehungsgeschichte

Die Mischung macht´s: Direkt am Äquator gelegen findet man tropische Lebensräume vor, durch den Einfluss des kühlen Humboldtstroms und des äquatorialen Unterstroms kommen aber auch gemäßigt temperierte Habitate vor. Die Folge: komplexe Lebensgemeinschaften und großer Artenreichtum. Aufgrund der großen Entfernung von anderen Landmassen zeichnen sich die Galapagosinseln außerdem durch eine Vielzahl von endemischen Tier- und Pflanzenarten aus (rund 40 %), also Arten, die nirgendwo sonst auf der Erde vorkommen.

Und warum die vorkommenden Arten so zutraulich sind, das könnt ihr hier nachlesen …

Die Rolle bei der Entwicklung der Evolutionstheorie

In kaum einem anderen Ökosystem wird der Evolutionsprozess so deutlich wie auf den Galapagosinseln. Als Charles Darwin 1835 das Archipel betrat, sammelte er Tier- und Pflanzenproben auf verschiedenen Inseln. Auf Isabela befand sich zu seiner Zeit ein Strafgefangenenlager. Dessen Direktor erklärte Darwin, er könne die Schildkröten anhand der Panzerform bestimmten Inseln zuordnen. Darwin interessierte sich aber insbesondere für die verschiedenen Finkenarten. Die Darwinfinken, 14 sehr eng miteinander verwandten Arten, stammen alle von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Erst zurück in England setzte er seine Beobachtungen zusammen und entwickelte die Evolutionstheorie.

 

Darwinfink
Darwinfink

Weitere Gründe, warum Galapagos einmalig ist, folgen …

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Vielen Dank!

 

7 Comments on “Abenteuer Galapagos: Wo bin ich überhaupt?

  1. Mareike!!! Das ist so toll!!! Die Viecher hauen garnicht ab ??? Zwar keine Finken, dafür aber 5 ? und einen kleinen Igel konnten wir in Polanica bewundern. Hoffe, der schlimme Zeh heilt schnell ?

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